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Wälzlagerstahl

Anwendungsbereich

Teile, die hohen Anforderungen an Härte, Standzeit, Verschleissfestigkeit und Massbeständigkeit genügen müssen, wie Werkzeuge, Führungsleisten, Hülsen, Distanzscheiben, Spindeln, Wellen, Walzen, Zahnräder, Schneidrollen etc.

Beschrieb

Der 100Cr6 ist der klassische Stahl in der Wälzlagerindustrie. Neben der Verwendung bei Kugel, Nadel- und Rollenlagern eignet er sich auch für verschleissbeanspruchte Teile im Maschinenbau. Dafür wird er randschicht- oder durchgehärtet. Für grössere Randschichten eignet sich der 100CrMo7-3.

Eigenschaften

Schweissen:
Wälzlagerstähle sind nicht schweissbar.

Wärmebehandlung:

Normalglühen: 870° - 900°C mit anschliessender Luftabkühlung
Weichglühen: 750°C – 800°C weichgeglüht, um kugligen Zementit zu erhalten
Spannungsarmglühen: 600° - 650°C mit anschliessender Luftabkühlung
Härten: 80° - 870°C mit Abschreckung in Öl

Angebote Stahl-Contor ab Service-Center Embrach

Werkstoff-Nr.BezeichnungLieferzustandAbmessungen ab LagerTypische Anwendungen
1.3505100Cr6+AC35mm bis 223mmBauteile, bei denen folgende Eigenschaften gefragt sind:
  • Grosse Härte
  • Verschleisswiderstand
  • Dauerfestigkeit
  • Formstabilität
  • Durchhärtung bis ca. D=40mm
1.3536100CrMo7-3+AC60mm bis 300mmBauteile, bei denen folgende Eigenschaften gefragt sind:
  • Grosse Härte
  • Verschleisswiderstand
  • Dauerfestigkeit
  • Formstabilität
  • Durchhärtung bis ca. D=100mm
WerksnormOvako 803
(Rohr 100Cr6)
+ACD aussen = 30-200mmDurchhärtung bis ca. 20mm
WerksnormOvako 824 (Rohr 100CrMo7-3)+ACD aussen bis 200mmDurchhärtung bis ca. 50mm


Grübchenbildung / Pitting

Mit Pitting bezeichnet man den Materialausbruch und die oberflächennahe Mikrorissbildung bei tribologischer Beanspruchung. Dies tritt z.B. bei Wälzlagern und Zahnrädern auf.

Die Pittingbildung bei tribologischer Beanspruchung wird durch lokales Überschreiten der Festigkeit des jeweiligen Materials aufgrund der Hertzschen Pressung zwischen dem Wälzkörper und dem Innen- oder Aussenring des Wälzlagers bzw. den Zahnflanken der Zahnräder hervorgerufen. Entscheidend ist dabei die Tatsache, dass bei Hertzscher Flächenpressung das Maximum der Bauteilspannung nicht an der Bauteiloberfläche, sondern in einer charakteristischen Tiefe unterhalb der Oberfläche auftritt.
Weitere Einflussgrössen neben der Hertzschen Pressung sind Oberflächenhärte und Einhärtetiefe, Oberflächenqualität, Flankenformfehler und Umfangsgeschwindigkeit (bei Zahnrädern), Ölviskosität, Öladditivierung, Temperatur u.ä.

Das Ergebnis einer solchen Grübchenbildung ist sehr leicht bei Eisenbahnschienen zu beobachten. Daher müssen Eisenbahnschienen von Zeit zu Zeit nachgeschliffen werden.